Die verschiedenen Hundetypen

 

Hier ein kleiner Einblick in die Eigenschaften, die die verschiedenen Hundetypen mitbringen. Dies soll aber auf keinen Fall dazu dienen, den Hunden einen Stempel aufzudrücken sondern sie besser zu verstehen. Es kommt auch vor, dass ein Hund die ihm entsprechenden Eigenschaften praktisch gar nicht mehr lebt und andere Rollen übernommen hat, was ihn allerdings überfordern und nicht seinem Wesen entsprechend agieren lassen dürfte.

Vorderer Leithund: Extrovertiert – Autonom – Entscheidungsträger

Ist ruhig, führt souverän mit viel Präsenz, vorausschauend, nicht ängstlich, schlichtet, tolerant, setzt Grenzen und schaut in die Weite. Empfängt andere Hunde bestimmt und freundlich.

Vorderer Kundschafter: Extrovertiert – halbautonom – Mitarbeiter

Ist meist lustig, testet Grenzen aus, ist neckisch, gut im Fremdenkontakt, aufgeschlossen, in ihm leben 2 Extreme, hat grosse Freude in sich und ist sensibel, motiviert für Aufträge und testet die Führung auf Kompetenz. Arbeitet für den vorderen Leithund.

Vorderer Wächter: Extrovertiert – nicht autonom – Mitarbeiter

Ist der Bodyguard vom Zentralhund. Ist präsent und kommt gut zurück. Lässt ängstliche Hunde etc. nicht vorbei. Die Begrüssung muss stattfinden. Weiss sofort, wer er vor sich hat. Ist sehr mutig, hat keine Angst vor Hunden, trifft aber keine eigenen Entscheidungen.

Zentralhund: Autonom – Entscheidungsträger

Überblickt das gesamte Rudel, ist sozusagen der Innenminister. Übernimmt im Kontakt die Energie des anderen und schlichtet wenn nötig. Ist der Schlussentscheidungsträger. Er führt Impulsgebend, konsequent und souverän und ist die Verbindung zwischen introvertierten und extrovertierten Rudelmitgliedern.

Hinterer Kundschafter: Introvertiert – halbautonom – Mitarbeiter

Korrigiert sehr klar, beobachtet aus Distanz, ist oftmals streng, stoppt und aktiviert, kann mit dem Zentralhund verwechselt werden, ist Erzieher der Welpen und Stellvertreter des Zentralhundes.

Hinterer Wächter: Introvertiert – nicht autonom – Mitarbeiter

Bleibt beim Menschen, geht nicht wirklich in Kontakt, braucht eine feine Energie. Kann die Gefahr nicht abschätzen, kommt eher mit harter Hand als ohne Führung klar. Neuem gegenüber eher skeptisch.

Hinterer Leithund: Introvertiert – Autonom – Entscheidungsträger

Wartet, schaut, geht nicht in Kontakt. Kann nicht gut mit Reizen umgehen, ist langsam verarbeitend, bedacht. Braucht Bedenkzeit, Eindrücke hallen nach. Sehr sensibel und nachhaltig verschreckbar. Führung gelingt nur auf Augenhöhe. Kann unter harter Hand zerbrechen. 

 

Es kommt nicht auf die Grösse oder die Rasse an (bei sozialisierten Hunden). Aber es kommt auf den Hundetyp an, denn sie haben alle ihre ganz spezifischen Eigenschaften, bzw. im Rudel hätte jeder seine Aufgaben die er erfüllen muss. Auch die Energie muss stimmen und meistens wird eine ruhige und konstante Energie verlangt. Sonst wird korrigiert und gemassregelt. Aber ein Rudel wird nicht mit Dominanz, sondern Souveränität geführt. Natürlich gibt es wenn nötig auch mal strengere und härtere Korrekturen, denn davon hängt das Wohl und Überleben des Rudels ab, aber grundsätzlich führen (Zentral)Hunde mit viel Ruhe, schon fast majestätisch, sehr souverän und gerecht.

Von diesen 7 Hundetypen gibt es in jeder Kategorie noch 3 weitere: Lieb, verspielt und streng.

Wir als Menschen dürfen mit unseren Hunden lernen, ihnen ein souveräner Zentralhund, Wächter etc. zu sein (situativ und je nach Hundetyp). So kann sich Dein Hund sicher fühlen, sich entspannen und muss nicht in eine andere Rolle schlüpfen, in der er womöglich völlig überfordert ist und nicht weiss, wie er sich verhalten soll.

Unerwünschtes Hunde-Verhalten entsteht oft da, wo Menschen die Hundesprache missverstehen, nicht konsequent und falsch agieren oder ihre negative Energie auf den Hund übertragen, so dass er uns und andere eigentlich ständig zurecht weisen oder die Verantwortung für uns tragen muss.

Miteinander für ein ruhiges, freudiges und ausgeglichenes Mensch-Hund-Team.